Frage: Warum wechselt ein Chamäleon seine Farbe? Zur Tarnung, als Zeichen der Geschlechtsreife, oder als Ausdruck eines Stimmungswechsels?

Kurzerläuterung: Ein Chamäleon ändert seine Farbe aufgrund von Stimmungsschwankungen. Die Laune des Tieres, das heißt auch Ruhe, Aufregung und Wohlbefinden, ist dafür verantwortlich, dass pigmenttragende Hautzellen ihre Größe verändern.

Wissenschaftliche Erläuterung
Die Haut besteht aus verschiedenen Schichten, die oberste Schicht ist die Oberhaut (Epidermis). Diese besteht wie bei allen Echsen aus verhornten Schuppen, die mit der Haut zusammengewachsen sind. Da sich die obere Schicht der Oberhaut nur aus toten Keratinzellen zusammensetzt, wächst sie nicht weiter und muss daher von Zeit zu Zeit ersetzt werden.

Unter der Oberhaut liegen die für den Farbwechsel verantwortlichen Hautzellentypen in einigen Schichten übereinander. Jede dieser Schichten ist für verschiedenen Farben bzw. Farbzustände verantwortlich. Die oberste Schicht ermöglicht die gelben und rötlichen Farbtöne, darunter befindet sich eine Schicht von Zellen mit schwarzen Pigmenten. Die unterste Zellschicht ist in der Lage, das einfallende Licht zu brechen und die Farbe Blau zu erzeugen und das Licht zu reflektieren.

Die Tönungsänderung des Körpers geschieht unbewusst. Sie ist auch nicht der Umgebung zuzuschreiben und dient so nur gelegentlich der Tarnung, aber sie wird nicht aus Tarnzwecken hervorgerufen. Sie beruht auf Erregungszuständen infolge von Licht, Temperatur, Hunger, Angst und Krankheit.

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Chamäleons sich durch ihren Farbwechsel tarnen. Das ist jedoch falsch, betrachtet man den natürlichen Lebensraum und die Ursprungsfarbe des Chamäleons. Es ist ja schon von Natur aus grünlich mit dunklen Flecken, insofern ist es ja ohnehin in dichtem Gebüsch und auf Bäumen kaum zu erkennen. Schutz der Chamäleons ist vor allem ihre naturbedingte Unauffälligkeit. Sie bewegen sich langsam fort, können stundenlang regungslos sitzen und sind an das Leben auf Bäumen angepasst. Sie können sich mit Hilfe von Muskeln und Lungensäcken aufblasen oder klein machen. Hinzu kommt, dass das Chamäleon zur zusätzlichen Tarnung eine Art Schwanken an den Tag legt; bei der Fortbewegung schaukelt es den Körper vor und zurück und versucht auf diese Weise, seine Umrisse aufzulösen, so dass es kaum von einem im Wind schwingenden Ast zu unterscheiden ist.